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„Begleitetes Fahren mit 17“ für mehr Praxis am Steuer

Auf dieses Ziel hast Du wochenlang hingearbeitet: Die Prüfung läuft gut, Du denkst an den Schulterblick und auch das Rückwärts-Einparken gelingt Dir perfekt in drei Zügen. Jetzt noch unfallfrei auf den Parkplatz des TÜV-Geländes abbiegen und der Führerschein ist dir sicher. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn die ganze Last von Deinen Schultern fällt und Du voller Stolz mit dem Führerschein in der Tasche das Fahrschulauto verlässt. Jetzt winkt die große Freiheit, das Ende der Ära der Busfahrpläne, Anschlusszüge und Fahrradfahrten bei Wind und Wetter. In Gedanken planst Du schon die erste Fahrt mit lauter Musik in die Stadt, zum See oder zur Schule. Doch gerade in den ersten Wochen Deiner Karriere als Autofahrer erwarten Dich viele hektische Momente beim Überholen oder Abbiegen, an unübersichtlichen Straßenkuppen und in Kurven, die doch schärfer sind als sie zunächst schienen. Dabei darfst Du Dich schon mit 17 Jahren hinter das Steuer eines Autos setzen und, ohne Fahrlehrer, aber mit einer Begleitperson Deiner Wahl, bis zu Deinem 18. Geburtstag schon einmal die ersten Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln.

 

Der gute Rat: Eher Mentor als Lehrer

Natürlich stehen auch beim „Begleiteten Fahren mit 17“ zunächst ganz normal Deine Fahrstunden in der Fahrschule und eine erfolgreich bestandene Fahrprüfung auf dem Lehrplan. Vor der Prüfung stellst Du dann beim Prüfungsamt einen Antrag mit einer Liste an Personen, die Du gerne als Deine Begleiter bei den ersten Fahrten an Deiner Seite haben möchtest. Die Auswahl kann man später übrigens noch ändern und erweitern. Ein kleiner Tipp: Du kannst auch mehrere Begleiter angeben, das ist sogar ratsam. Denn: Je mehr potentielle Begleiter auf der Liste stehen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du auch regelmäßig üben kannst. Da Du noch nicht volljährig bist, haben Deine Eltern auch noch ein entscheidendes Wörtchen bei der Auswahl Deiner Begleiter mitzureden. Erst mit ihrem Einverständnis kann der Antrag an das Prüfungsamt gehen.

 

 

Die Auserwählten müssen einige Kriterien erfüllen:

  • Sie müssen mindestens 30 Jahre alt sein

  • Sie müssen mindestens 5 Jahre einen Führerschein Klasse der B besitzen

  • Sie dürfen nur eine begrenzte Punktzahl im Fahreignungsregister (nicht mehr als 1 Punkt) und im Verkehrszentralregister (nicht mehr als 3 Punkte) haben. Das Prüfungsamt kommt aber automatisch auf Dich zu, wenn es hier Probleme gibt

 

Pflichten haben die Begleitpersonen keine, aber gewisse Regeln müssen auch sie einhalten. So gilt beispielsweise für die Beifahrer eine Promillegrenze von 0,5 und sie dürfen nicht, wie Dein Fahrlehrer zuvor, in das Lenkrad greifen. Was viele nicht wissen: Es ist nicht nötig, dass die Begleitperson auf dem Beifahrersitz Platz nimmt, sondern sie kann auch problemlos auf der Rückbank sitzen. Vorne hat Dein Unterstützer natürlich die klar bessere Sicht und kann Dich auf Gefahrenstellen aufmerksam machen.  Denn: Ziel des „Begleiteten Fahrens mit 17“ ist es, möglichst oft das Fahren zu üben – Dein Begleiter darf und soll Dir aber immer in schwierigen Situationen mit einem guten Rat zur Seite stehen. Die Verantwortung im Straßenverkehr trägst dabei Du allein. Lass Dir also nichts von den „alten Hasen“ neben Dir reinreden, sondern halte dich an das, was Du in der Fahrschule gelernt hast. Wenn Du zum Beispiel eine durchgezogene Linie überfährst oder zu schnell unterwegs bist, dann fällt das auf Dich als Fahrer zurück, nicht auf Deinen Begleiter. Auch den Versicherungsschutz solltest Du immer im Auge haben: Frag daher vor der Fahrt lieber noch einmal nach, ob die Versicherung des Autos auch auf einen Fahrer unter 18 ausgelegt ist – oft ist das nämlich nicht der Fall. Ein kurzer Anruf bei der Versicherung genügt meistens, um das begleitete Fahren anzumelden.

 

Unser Fazit: Das „Begleitete Fahren mit 17“ ist eine super Gelegenheit, um schon einmal erste Erfahrungen zu sammeln und mit der Unterstützung eines erfahrenen Autofahrers die ersten unsicheren Fahrten zu meistern. Mit der nötigen Übung kennst Du auch die besonderen Herausforderungen und Gefahrenstellen auf Deinen täglichen Autostrecken und kannst mit 18 Jahren dann gut vorbereitet zu Deinen Solo-Spritztouren aufbrechen.